Die Linner Linde – Kraftort und Ausgangspunkt für erholsame Ausflüge und spannende Wanderungen

Die Linner Linde – Kraftort und Ausgangspunkt für erholsame Ausflüge und spannende Wanderungen

Im Osten des Fricktals liegt das Dorf Linn. Es gehört zu den kleinsten Schweizer Dörfern, ist jedoch weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Dies verdankt es seiner ältesten Bewohnerin: der Linner Linde. Bekannt als wundervoller Kraftort und verehrt von den Einwohnern des Ortes sowie ihren Besuchern, lässt die älteste Linde der Schweiz ihre Freunde das ganze Jahr über und rund um die Uhr an ihrem Leben teilhaben: Eine Webcam ermöglicht es, jederzeit einen Blick auf diesen prächtigen Baum und seine Umgebung zu werfen. Nicht nur das, die Linner Linde besitzt eine eigene Webseite und sogar auf Facebook kommuniziert sie regelmässig mit ihren vielen Fans.

Warum es Linn eigentlich nicht mehr gibt

Dank der Gemeindefusion vom 27. November 2013 verschwand der Ortschaftsname Linn und wurde das schöne Dorf ein Teil von Bözberg. Die Postleitzahl und die Strassennamen gibt es nicht mehr – stattdessen wurden die Häuser einfach durchnummeriert. Die grosse Mehrheit der Einwohner Linns wehrte sich dagegen und bekam sogar regierungsrätlichen Beistand. Trotzdem wurden sie überstimmt und sollten ab sofort Bözberger sein. Für die Linnerinnen und Linner wird ihr Dorf jedoch immer Linn bleiben. Wenn Sie es besuchen, werden Sie spüren, wie liebevoll die Bewohner ihr Heimatdorf pflegen und verstehen, warum sie sich gegen den Ortschaftsnamenverlust wehrten.

Kraftort Linner Linde

Was macht die Magie dieses Baumes aus? Der Faszination alter Bäume kann sich kaum jemand entziehen. Haben Sie auch schon an einem uralten Baumstamm gelehnt, ins eindrückliche Blätterdach geschaut und sich gewünscht, dass der Riese reden könnte? Bei der Linner Linde geht es manch einem Besucher so. Möchten Sie sie umarmen, sollten Sie mit einigen Freunden anreissen, denn ihr Stammumfang beträgt rund 11 Meter! Ihr genaues Alter ist nicht bekannt. Es heisst, sie sei 1250, nachdem die Pest im Tal wütete, von einem jungen Mann, der als Einziger überlebte, gepflanzt worden sein.

Linner_Linde_Sommer

Im Mittelalter und der Neuzeit hatte fast jedes Dorf seinen Dorfplatz, auf dem unter einem Lindenbaum Bänke standen. Hier traf man sich, schwatze, tauschte Neuigkeiten aus, flirtete und tanzte. Die Linde steht für das Miteinander, Geselligkeit, Kommunikation, Freude, Sanftheit und Liebe. Ihr wurden Gedichte und Lieder gewidmet und auch Goethe schrieb: „Um die Linde war es voll und alles tanzte schon wie toll!“ Linden spenden Schatten und Ruhe und gelten allgemein als Kraftort. Bei der prächtigen Linner Linde werden Sie dies selber spüren können!

Spaziergang ins Sägimülitäli

Ein weiterer beliebter, aber weniger bekannter Kraftort ist der Wasserfall im Sägimülitäli. Eine Kulisse wie aus einem Märchenbuch umrahmt den nur 5.4 Meter hohen Wasserfall, der gleichzeitig der höchste im Aargau ist. In rund einer Viertelstunde kann dieser magische Ort zu Fuss von der Linner Linde aus erreicht werden. Er liegt am Natur- und Kulturweg, der anlässlich der 700-Jahr-Feier Linns 2006 angelegt wurde. Auf rund 4 Kilometern erläutern 14 Tafeln die Natur- und Kulturlandschaft der Region. Dabei erfahren Sie unter anderem Wissenswertes über das Dorf Linn mit seinem Ortsbild von nationaler Bedeutung, über die historischen Wege und alten Passübergänge im Aargauer Jura, über das frühere Leben der Bauern und natürlich über alles, was die Flora und Fauna im Gebiet Linn ausmacht. Der Pfad führt unter anderem durch einen Föhrenwald, in dem mehr als 20 Orchideenarten gedeihen. Natürlich wird auch der Linner Linde als Freund der Menschen eine Tafel gewidmet.

Herbst

Wandertreffpunkt Linner Linde

Der Wanderwegweiser neben der Linde zeigt in alle Richtungen. Hier treffen sich die verschiedensten Wanderrouten. Unter anderem führt ein Fernwanderweg, der von den Pyrenäen kommend über den Jura bis nach Ungarn geht, an diesem besonderen Ort vorbei. Sie können von der Linner ausgehend Rundwanderungen unternehmen oder zum Beispiel nach Thalheim wandern. Diese Tour stellen wir Ihnen gerne ausführlicher vor. Sie ist sehr kurzweilig, für Jung und Alt interessant und selbst für Familien mit jüngeren Kindern gibt es spannende Highlights. Obwohl es eigentlich nur eine Halbtageswanderung wäre, lohnt es sich, einen Tagesausflug daraus zu machen, zu viel gibt es zu sehen und zu erleben!

Über den Linnerberg zur Burg Schenkenberg und weiter nach Thalheim

Bei der Linde folgen Sie dem Wegweiser zum „Linnerberg“. Gerade mal 200 Höhenmeter aufwärts sind zu bewältigen. Das erste Wegstück bietet eine herrliche Aussicht hinunter nach Linn und zu seiner grossartigen Linde. Am höchsten Punkt rücken der Pilatus und die südlichen Alpen in den Blick. Nach einer kurzen Verschnaufpause geht die Genusswanderung auf bequemen Wegen weiter. Kinder können gefahrlos vornweg springen, Hobbyfotografen werden Freude an der Landschaft haben. Zu jeder Jahreszeit lohnt sich diese Wanderung, besonders schön ist sie im Frühling, wenn die Wiesen und Bäume blühen und im Herbst, der hier fast an den „Indian Summer“ erinnert. Die Strecke bietet sich auch als wundervolle Winterwanderung an.

Aargau_Ausflug

Bald ist in der Ferne die auf einem Hügel thronende Ruine von Burg Schenkenberg zu sehen. Vorbei an einigen gepflegten Bauernhöfen wird der Waldweg erreicht, der zur Ruine hinauf führt. Die Burgruine Schenkenberg gilt als die imposanteste des Kantons Aargau und ist ideal für die Mittagsrast. Auch Grillieren ist hier möglich. Planen Sie genügend Zeit ein, um die weitläufige, beeindruckende Anlage ausgiebig erforschen zu können! Kinder finden in den alten Gemäuern einen perfekten Abenteuerspielplatz. Burg Schenkenberg wurde im 13. Jahrhundert von den Habsburgern errichtet und ist somit etwa gleich alt, wie die Linner Linde. Heute steht sie unter Denkmalschutz und ist im Besitz der Aargauer Vereinigung für Heimatschutz, die sie 1918 für die symbolische Summe von CHF 50.– ersteigerte.

Auf einer kaum befahrenen Strasse führt der letzte Abschnitt dieser Wanderung hinunter ins Weinbaudorf Thalheim, von wo Sie einen Busanschluss zum Bahnhof Brugg AG haben.

Anreise und nützliche Informationen

Fotos Linn und Linner Linde: Michel Jaussi Photography
Text und Foto Burg Schenkenberg: Sabine Itting

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